Black Magicians

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Beitrag  Lord Dannyl am Do Apr 11 2013, 17:54

Die Geschichte ist nicht von mir, ich finde sie allerdings so gut, dass ihr daran teilhaben dürft.
Die Autorin dieser Geschichte ist damit einverstanden, dass ich sie hier veröffentliche.
Die Geschichte an sich ist noch in Arbeit.

ACHTUNG SPOILER für all diejenigen, die "Die Meisterin" noch nicht fertig gelesen haben!!!

Die Geschichte spielt nach "Die Meisterin"; Yikmo, Lorlen und natürlich Akkarin haben überlebt
Disclaimer: Alle in der Geschichte vorkommenden Personen, von Livira abgesehen, und Orte gehören Trudi Canavan.

Die Idee und deren Gestaltung gehören der Autorin.

Ich wünsche viel Spaß beim Lesen Smile

Unten befindet sich ein kleiner Glossar für all jene, die noch nicht das dringende Bedürfnis hatten, sich näher mit Schifffahrt zu beschäftigen.



Ankunft in Capia

Er trat nervös von einem Bein auf das andere.
„Warum so unruhig?“, fragte Tayend.
„Das Schiff sollte längst da sein. Sie haben den Einlauf schon lange angekündigt. Hoffentlich ist auf den letzten Meilen nicht noch etwas geschehen.“, erklärte Dannyl. Das war zwar eine Lüge, aber die Wahrheit wollte er seinem Freund nicht sagen. Er glaubte nicht, dass dem Schiff etwas zugestoßen war, viel eher stellte sich das gewohnte Gefühl des Unwohlseins ein, das ihn stets überkam, wenn er Akkarin begegnete.
„Wenn Kapitän Levin sein Schiff auf Grund laufen lässt, dann haben deine Kollegen das geringste Problem.“, erwiderte Tayend schulterzuckend. „Du hast mir immer noch nicht gesagt, wer denn alles kommt.“
„Das liegt daran, dass ich es selbst nicht weiß. Akkarin war da nicht sehr informativ. Administrator Lorlen, Lord Balkan und Lord Yikmo begleiten ihn in jedem Fall, ansonsten hat der Hohe Lord geschrieben, dass er noch jemanden fragen möchte.“
„Vielleicht eine Freundin.“, meinte Tayend grinsend.
„Er hat keine Freundin.“, erwiderte Dannyl. Er hatte zwar Sonea im Verdacht, aber der Hohe Lord wäre vermutlich nicht sehr erbaut, wenn er dem Gelehrten von dieser Vermutung erzählen würde.
Auf den Vorschlag Tayends begaben sich die beiden in eine Taverne am Kai, doch kaum das sie sich gesetzt hatten, donnerte von der Klippe der Salut.
„Zehn Schüsse als Willkommensgruß, dann kann das Schiff ja nur der Hoheitlichen Flotte angehören.
Wenig später ertönte aus der Ferne die Antwort.
„Wir sollten nach draußen gehen.“, meinte der Gelehrte und stand wieder auf.
Er folgte seinem Freund wieder an die Anlegestelle zurück und blickt gen Südwesten zur Hafeneinfahrt.
Von dort näherte sich ein großes Vollschiff, begleitet von kleineren Fregatten. Wie Akkarin angekündigt hatte, waren es nicht die blauen Schiffe aus Kyralia.
Diese hier wiesen einen roten und goldfarbenen Anstrich auf. Selbst die Segel, vom Grundton her weiß, waren teilweise eingefärbt. Auf den Segeln war ein purpurrotes Doppelkreuz vor einem Sextanten abgebildet und oben am Großmast wehte die Flagge von Vin.
Dannyl musste unwillkürlich lächeln, er hatte nie ein schöneres und imposanteres Schiff gesehen, aber welches sollte auch noch prächtiger sein als das Flaggschiff des Kaisers.
Hinter den Fregatten waren nun auch die schnellen Klipper der Händler zu sehen, flankiert von kleinen Kriegsschiffen.
Mit steigender Bewunderung für all jene, die des Segelns mächtig waren, beobachtete der Magier, wie das Schiff schließlich unter Begrüßungsmusik am Kai anlegte.
Die Landebrücke wurde heruntergelassen und der Kapitän begab sich dort an die Reling, um dort seine Gäste zu verabschieden.
Der erste, der von Bord ging, war ein hochgewachsener, schmal gebauter Mann, gekleidet ganz in Schwarz. Der Hohe Lord blieb am oberen Rand der Landebrücke stehen und ließ wohl die Szene auf sich wirken, bevor er mit ausladenden Schritten geradewegs auf Dannyl und Tayend zukam.

Yikmo stand an Deck der Traumtänzer und blickte auf die immer größer werdende Bucht vor Capia. Die Zeit auf dem Schiff neigte sich unweigerlich dem Ende zu. Unter ihm zerschnitt der Bug das Wasser, geleitet von einer elfenbeinfarbenen Frau mit einer Taube in der Hand.
Er lächelte. Die Schiffsbauer hatten entschieden, dass das neue Flaggschiff des Kaisers eine Galionsfigur erhalten sollte, die sich von denen der anderen Schiffe abhob. Die Kriegsschiffe, die sie begleiteten, zierte ein goldener Seeadler.
Er blickte auf das Schiffsdeck. Dort war inzwischen eine Art kontrollierte Hektik entstanden. Einige Matrosen waren die Wanten hochgeklettert um den großen Flaggenschmuck vom Bug zum Heck zu spannen. Dort wehte bereits die Militärsflagge zur See und an der Steuerbordseite die elynische Flagge.
An Fock- und Kreuzmast wurde die Nationalflagge Vins gehisst, während sich am Großmast schon die gesamte Fahrt lang die Staatsflagge des Kaisers befand.
Auf den anderen Schiffen wurde ebenfalls über die Toppen geflaggt und bald darauf musste Yikmo zur Seite gehen, damit die Gösch befestigt werden konnte.
Als Salutschüsse von den Klippen über Capia erklangen, begab er sich zur Reling an der Steuerbordseite. Capia zeigte sich in seiner ganzen Pracht und von hier aus konnte er auch bereits den Hafen erkennen, auf dem sich wohl hunderte Menschen aufhielten.
Laut erklang die Antwort der Traumtänzer und die Schiffe Admiral Lirs und Vizeadmiral Selans ließen sich zurückfallen, damit das Flaggschiff zuerst in die Bucht einfahren konnte.
Bald darauf passierten sie die von Türmen flankierte Hafeneinfahrt.
Yikmo sah auf, als seine Mitreisenden sich auch endlich an Deck begaben. Fröhlich lächelnd begab er sich zu ihnen.
„Zum Glück kommen wir jetzt endlich runter von diesem Schiff.“, murmelte Lady Livira.
Yikmo verkniff sich ein amüsiertes Grinsen, da in diesem Moment der Kapitän zu ihnen trat um sich zu verabschieden.
Levin wechselte einige Wort mit dem kyralischen Gesandten, dann wandte er sich Akkarin zu. Dieser dankte in fließendem, wenn auch nicht gänzlich akzentfreiem Vindo für die Überfahrt und die Bereitwilligkeit, die kyralische Gesandtschaft sowie die Magier an Bord zu nehmen.
Als die Traumtänzer am Kai angebunden war, neigte Akkarin den Kopf und deutete eine Verbeugung an, dann schritt er zur Landebrücke und von Bord. Der Rest der Gildendelegation folgte.
„Ein beeindruckender Mann, euer Hoher Lord. Eine angenehmere Gesellschaft als der sonstige kyralische Adel, nicht so überaus hochnäsig.“
Beeindrucken, das war das richtige Wort für Akkarin. Er nickte.
„Auf Wiedersehen, Kapitän Levin. Sehe ich Euch bei der Feier?“
„Werdet Ihr, Mylord.“ Mit einer Verbeugung verabschiedete sich der Seefahrer und ging zu den kaiserlichen Beratern, die soeben an Deck gekommen waren.
Yikmo beeilte sich unterdessen von Bord zu kommen, um nichts in der Welt wollte er der offiziellen Begrüßung des Kronprinzen beiwohnen. Außerdem warteten die anderen auf ihn.
Der zweite Botschafter von Elyne und sein Assistent, der ihm als Tayend von Tremmelin vorgestellt wurde, waren gekommen um sie in Empfang zu nehmen und zum Gildehaus zu bringen und offenbar hatten sie, Dannyls Gesichtsausdruck nach, mit weniger Besuch gerechnet. Zumindest von Sonea schien der hochgewachsene Kyralier überrascht.

Dannyl beobachtete eine Weile das für Akkarin ausgesprochen warmherzige Wiedersehen zwischen ihm und Tayend, dann wandte er sich an den Hohen Lord.
„Und welchen Umständen hattet ihr es zu verdanken, dass ihr mit dem Kronprinzen gereist seid?“
„Das ist eine etwas längere Geschichte und zudem äußerst amüsant, daher schlage ich vor, dass wir uns damit in der Kutsche auseinandersetzen.“, erwiderte Akkarin mit dem Anflug eines Lächelns.
„Kutsche? Ich dachte wir laufen. Mir ist doch immer noch schlecht.“, murmelte Lady Livira leise.
Leicht grinsend geleitete Dannyl die anderen zu Kutsche. Als auch er sich dann schließlich hingesetzt hatte, lehnte sich Akkarin gemütlich zurück. Seelenruhig legte er einen Arm auf den dafür viel zu kleinen Griff der Tür – es war Dannyl ein Rätsel, wie er das fertigbrachte – und bedachte ihn mit einem schiefen Grinsen.
„Nun, ihr wisst, dass es ursprünglich angedacht war, dass wir zusammen mit der kyralischen Gesandtschaft auf der König Merin II. nach Capia reisen.“
Dannyl warf eine überflüssige Bestätigung ein, doch Akkarin hatte längst weitergeredet.
„Mal abgesehen davon, dass man uns ein Pferd zu wenig bereitgestellt hat, sind wir wie geplant nach Meerblick geritten. Die Kutsche der Gesandtschaft kam natürlich, wie hätte es anders sein können, mit Verspätung an, aber wir wären hätten nichtsdestotrotz den Ablegetermin einhalten können.
Sprich wir sind dann pünktlich zum Hafen, um dort dann Zeuge eines vermutlich einmaligen Schauspiels zu werden. Das frischgestrichene Schiff war auf dem Weg von der Werft etwas vom Kurs abgekommen und schrammte infolge dessen an der Hafeneinfahrt entlang um dann sogar sachgemäß anzulegen.
Die Schrammen waren wohl nicht so schlimm, in jedem Fall begann man mit dem Beladen. Wir waren schon an Bord, als uns vom ersten Maat mitgeteilt wurde, dass die König Merin II. ein etwas größeres Leck hatte, das von der Kollision mit dem Drachenfelsen vor der Küste stammte, und nun nicht mehr hochseetauglich war.“
„Und das muss ein heftigeres Zusammentreffen gewesen sein, sonst hätte die König Merin II. das ausgehalten. Ein Schiff in Kompositbauweise ist nicht so leicht zu beschädigen.“, meinte Yikmo. „Die Holzplanken sind durch Eisen verstärkt.“, fügte er hinzu, als er Tayends fragendem Gesichtsausdruck gewahr wurde.
Akkarin nickte zustimmend und fuhr dann fort. „Das Schiff wurde natürlich unter Leitung des ersten Maat zurück zu den Docks gebracht, aber natürlich war klar, dass sie es nicht mehr rechtzeitig reparieren konnten.
„Das hat sicher Ärger für den Kapitän gegeben.“, meinte Dannyl.
„Er trägt keine Schuld daran, er hat zu dem Zeitpunkt noch mit den Gesandten gefrühstückt. Ohne seine Anwesenheit hätte das Schiff die Docks gar nicht erst verlassen dürfen, aber der Steuermann hatte den Abend zuvor etwas zu tief ins Glas geschaut. Daher hat er weder die Abwesenheit des Kapitäns noch die Anwesenheit des Drachenfelsens bemerkt. Damit war zwar die Ursache des Problems bekannt, doch es war nicht behoben.
Wir waren aus Zeitgründen schon kurz davor, uns von einem kleinen Handelsschiff gegen himmelschreiend hohe Bezahlung mitnehmen zu lassen.
Aber in dem Moment, in dem die König Merin II. zu den Docks zurückgeschleppt wurde, lief dann, um die Blamage perfekt zu machen, die Flotte aus Vin ein, selbstverständlich ohne an irgendeinem Felsen oder an der Hafenmauer hängen zu bleiben.
Sagen wir, der Kronprinz war ausgesprochen amüsiert, als er von der Darbietung des Steuermanns erfahren hatte. Aber er ließ sich zum Glück durch eine detailgetreue Nacherzählung und einem längeren Gespräch mit Lord Yikmo und mir erweichen, uns mit an Bord zu nehmen.
Die Gesandtschaft hat sich lange überlegt, ob sie nicht doch mit dem Handelsschiff fahren sollte. Aber letztendlich haben auch sie das Angebot angenommen, obwohl es ihnen mehr als peinlich war, Kapitän Levin zu erklären, dass die König Merin II. nicht mehr seetauglich ist.“, schloss Akkarin.
„Diese Prozedur werden sie noch einige Male über sich ergehen lassen müssen, es ist durchaus aufgefallen, dass zwar die Gesandtschaft, aber kein kyralisches Schiff angekommen ist.“, warf Yikmo ein.
„Ihr findet es auch überhaupt nicht amüsant, dass wir uns damit blamieren, oder?“, richtete Balkan nun etwas verärgert das Wort an ihn.
„Schiffe bauen und das Segeln waren eben schon immer unser Metier.“, erklärte der.
Dannyl sah aus den Augenwinkeln, wie Tayend sich ein Grinsen verkniff.
„Lord Balkan, es stimmt schon, dass die Vindo die besten Schiffe bauen und in der Kunst des Segelns nicht zu übertreffen sind. Mal abgesehen davon, blamieren wir uns nicht. Die Magiergilde besteht schließlich aus Vertretern aller Länder, warum sollten wir also nicht mit dem Kronprinzen des Kaiserreichs fahren. Aber Kyralia steht nun etwas dumm da, das stimmt schon.“, stellte Lorlen klar.
„Das klingt, als wäre eure Reise aufregender gewesen als sie hätte sein sollen.“
„Oh, allerdings und ich bin überzeugt, dass Abendessen lässt noch Zeit für ein paar Anekdoten.“, meinte Lorlen lächelnd.
„Was das Abendessen angeht, wie lang dauert die Fahrt noch, ich habe Hunger.“, ließ Balkan vernehmen.
„Wie könnt Ihr nur an Essen denken?“, fragte Livira. Dannyl stellte fest, dass es ihr nicht wirklich besser ging.
„Wir sind gleich am Gildehaus, allerdings werden wir auswärts essen. Von daher müsst Ihr Euch noch eine Weile gedulden.“, antwortete Tayend auf die Frage des Dekans.
Balkan sah verstimmt aus und Dannyl konnte es ihm nicht verdenken. Nach zwei Wochen Schifffahrt wieder festen Boden unter den Füßen zu haben, löste einen Heißhunger auf vernünftiges Essen aus, dass hatte er selbst schon einige Male festgestellt.
Als sie schließlich am Gildehaus angekommen waren, überließen sie es dem Kutscher, das Gepäck hineinzutragen und begaben sich auf den Weg zum Haus Botschafter Errends, der sie zum Essen eingeladen hatte.
Sie gingen durch das Adelsviertel auf die andere Seite der Stadt.
Lord Dannyl bildete den Schluss und beobachtete die anderen. Tayend lief in ein Gespräch mit Akkarin und Lorlen vertieft voraus. Lord Balkan war weiterhin nicht sehr erbaut von der Verzögerung, während Lady Livira recht froh über den Spaziergang an der frischen Luft auf festem Boden war. Lord Yikmo folgte ihnen lächelnd, wobei er allerdings auch ein Auge auf Sonea hatte und sie immer mal wieder mit sich zog, wenn sie erstaunt stehen geblieben war.
Bereitwillig erzählte der blonde Magier der Novizin einiges über Capia und Dannyl fügte noch einige Ergänzungen hinzu.
Der Krieger wusste außerordentlich gut Bescheid und Dannyl überlegte, wann er wohl hier zu Besuch gewesen war. Vermutlich auf den Reisen auf dem Schiff seines Vaters, bevor er an die Gilde gekommen war. Er meinte in Erinnerung zu haben, dass Yikmos Vater die Sturmwind gehörte, eines der größten und besten Handelsschiffe.
Schließlich hatten sie das Haus Lord Errends erreicht und traten ein.


Glossar:

(Viermast-)Vollschiff – Großsegler mit rahgetakelten Segeln, in diesem Fall mit Vier Masten
rahgetakelt (vollgetakelt) – die Segel sind nicht direkt am Mast befestigt
Fregatte – vollgetakelte, schnelle Kriegsschiffe
Großmast – Zweiter Mast
Großer Flaggenschmuck – auch Flaggengala genannt, zu feierlichen Anlässen, bestehend aus Heckflagge, Nationalflagge an jedem Masttop, Gösch, Signalflaggenkette vom Bug zum Heck
„Über die Toppen flaggen“ – Schiffsschmuck in Form der Flaggengala
Fockmast – erster Mast
Kreuzmast – dritter Mast
Gösch – Bugflagge
Gastflagge – Flagge des Gastlandes an der Steuerbordseite
Flaggschiff – Führungsschiff eines Kriegsschiffverbandes


Ich bzw. die Autorin freut sich sehr über Feedback. Smile

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